Erreichbarkeit in Urlaub und Freizeit

Erreichbarkeit in Urlaub und Freizeit

Komplett abschalten und sich erholen: Gerade für Fach- und Führungskräfte scheint dies in der heutigen Arbeitswelt kaum möglich zu sein. Ständige Erreichbarkeit als Pflicht – und dies nicht nur am Feierabend, nicht selten reist das Diensthandy dann auch in den Urlaub mit. Doch gibt es hierzu eine Verpflichtung? Und wie lassen sich die Belange der Firma mit der notwendigen Erholung vereinbaren?

Passend zur aktuellen Jahreszeit, in der für viele Arbeitnehmer der große Jahresurlaub ansteht, befasst sich der Haufe Verlag mit diesem Thema und beleuchtet es in mehreren Artikeln sowohl unter juristischen wie organisatorischen Aspekten.

Rein arbeitsrechtlich kann der Arbeitgeber gerade während des Urlaubs nur sehr bedingt Erreichbarkeit fordern. Das Bundesurlaubsgesetzt verpflichtet den Arbeitgeber, seine Arbeitnehmer für mindestens vier Wochen (20 Arbeitstage) im Jahr von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freizustellen, um ihnen Gelegenheit zur selbstbestimmten Erholung zu geben. Wenn das Diensthandy hierbei stört, darf es also auch im Regelfall ausgestellt bleiben. Gegebenenfalls anderslautende Vereinbarungen im Arbeitsvertrag o.ä. dürften regelmäßig ungültig sein.

Ungestörter Urlaub für alle? In der Praxis sieht es häufig anders aus. Nicht zuletzt hat auch der Arbeitnehmer meist ein Interesse daran, dass während seiner Abwesenheit der Betrieb weiterläuft und keinen Schaden nimmt. Dies gilt umso mehr, je mehr Verantwortung Arbeitnehmer tragen. So hat eine große Erreichbarkeitsstudie des Berufsverbands „Die Führungskräfte – DFK“ im Jahr 2013 ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Führungskräfte auch im Urlaub für den Betrieb (freiwillig) erreichbar waren.

Fehlen hier entsprechende Regeln, Absprachen und Vorbereitungen, kann diese Erreichbarkeit jedoch Stress verursachen und den Urlaub spürbar beeinträchtigen. Entsprechende Tipps für Arbeitnehmer werden in den besagten Artikeln gegeben und helfen dabei, den Anspruch ständiger Erreichbarkeit in den Griff zu bekommen sowie Erholung zu sichern. So sollte das Thema Erreichbarkeit unbedingt offen angesprochen werden, um Lösungen zu finden, die Arbeitnehmer entlasten. Hierzu zählen zum Beispiel klare Absprachen unter Kollegen und das frühzeitige Organisieren von Vertretungen.

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier:

Erreichbarkeit im Urlaub: Was Arbeitnehmer und Führungskräfte beachten sollten
Bundesurlaubsgesetzt: Erreichbarkeit im Urlaub: Darf man das Diensthandy ausschalten?

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