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Richtig Netzwerken: Wie Berufsanfänger wertvolle Kontakte sammeln

Networking-Tipps für Berufsanfänger

Ohne Kontakte geht es nicht. Wer beruflich vorankommen möchte, muss sich frühzeitig um den Aufbau eines starken Netzwerks kümmern. Das berühmte „Vitamin B“ ist auch gar nicht ehrenrührig. Denn es geht ja einfach darum, dass man sich gegenseitig hilft und unterstützt. Hier ein paar Tipps, wie Sie als Berufsanfänger von Anfang an wertvolle Kontakte knüpfen und Ihr eigenes berufliches Netzwerk aufbauen.

Kontakte und ein gutes Netzwerk sind in vielen Berufen unerlässlich

Berufsanfänger widmen sich oftmals mit ganzem Elan den neuen Aufgaben und verlieren leicht die Bedeutung von Kontakten im neuen Unternehmen aus den Augen. Obwohl sie schon einige Zeit im Betrieb sind, kennt sie dann außerhalb ihrer Abteilung fast niemand und zu ihren Vorgesetzten haben sie lediglich ein sehr distanziertes und förmliches Verhältnis. Ein berufliches Netzwerk und das berühmte Vitamin B sind aber oftmals entscheidend, um gut im Job zurecht zu kommen und langfristig Karrierechancen zu nutzen.

Viele Berufsanfänger bleiben zudem gerne unter sich. Der Kontakt zu „Gleichgesinnten“ fällt ihnen leicht. Interessen und Gesprächsthemen ähneln sich. Zu erfahrene Kollegen und Vorgesetzte herrscht eine gewisse Distanz. Diese haben aber meist die interessanteren Informationen und können in vielen Situationen besser weiterhelfen. Daher ist es sinnvoll, sich auch mit Personen zu vernetzen, die nicht dem üblichen Freundeskreis entsprechen. Dies sollte schon frühzeitig geschehen, denn ein gutes Netzwerk muss man haben, bevor man es braucht.

Da das Knüpfen und vor allem die Pflege von Kontakten Zeit und Einsatz erfordern, sollten Sie das Netzwerken als strategische Aufgabe verstehen. Welche Personen sind für Ihre Position wichtig? Mit wem sollten Sie im Unternehmen bekannt sein, auch mit Blick auf die eigenen Karriereziele?

Doch wie gelingt es, mit Kollegen, Vorgesetzten oder Geschäftsleitung in Kontakt zu kommen?

Kontakte im Betrieb knüpfen

Ideal ist es, wenn Sie von erfahrenen Kollegen oder Vorgesetzten im Unternehmen eingeführt und den für Sie wichtigen Personen persönlich vorgestellt werden. Passiert dies nicht von alleine, können Sie auch aktiv darauf hinarbeiten. Fragen Sie zum Beispiel, ob Sie zu entsprechenden Meetings mal mitgehen können. Oder nutzen Sie gemeinsame Pausen in der Kantine, um sich den Tischnachbarn vorstellen zu lassen.

Größere Unternehmen bieten oftmals spezielle On-Boarding- oder Mentoring-Programme an. Hierbei geht es nicht nur um die fachliche Einführung. Bitten Sie Ihre Mentoren oder Ausbildungsbetreuer auch, Sie im Unternehmen bekannt zu machen.

Schlüsselpersonen für Berufsanfänger können z.B. direkte Vorgesetzte, erfahrene Kollegen, Ansprechpartner in der Personalabteilung oder der Betriebsrat sein.

Arbeitet man auf fachlicher Ebene bereichsübergreifend zusammen, bieten sich ebenfalls Möglichkeiten, enger in Kontakt zu kommen. Nach dem ersten Kennenlernen sollten Sie die Beziehung dann bewusst aufrechterhalten und pflegen. Nur dann entsteht eine vertrauensvolle Bindung, in der man sich verlässlich unterstützt. Dies ist im Beruf ebenso wie im Privaten: Ein unverbindlicher Small-Talk begründet noch keine belastbare Freundschaft.

Weitere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind soziale Veranstaltungen im Unternehmen wie Betriebsfeste, Weihnachtsfeiern oder spezielle Team-Building-Maßnahmen. Zu diesen Anlässen ist es oftmals sogar gewünscht, dass sie direkt auf andere zugehen – auch über Hierarchiegrenzen hinweg.

Im beruflichen Alltag ist hierbei Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn der Azubi allzu offensiv auf den Geschäftsführer zustürzt, wird das nicht immer gerne gesehen. Es sollte dann schon einen konkreten Anlass geben. Meist ist es besser, sich z.B. von erfahrenen Kollegen vorstellen zu lassen.

Branchenkontakte auch außerhalb des Betriebes aufbauen

Neben den innerbetrieblichen Kontakten ist es wichtig, dass Sie sich in Ihrer Branche bekanntmachen und vernetzen. Übrigens nicht nur, wenn Sie einen Arbeitgeberwechsel planen. Gute Branchenkontakte werden Ihre Arbeit im Betrieb erleichtern und Ihre Stellung auch hier festigen.

Für den Aufbau Ihres beruflichen Netzwerkes gibt es vielfältige Anlässe und Möglichkeiten. Besuchen Sie Messen und Kongresse, nutzen Sie Lehrgänge, nehmen Sie an Vorträgen und Veranstaltungen z.B. der IHK oder von Branchenverbänden teil und recherchieren Sie nach Branchentreffen oder regionalen Stammtischen, die in vielen Berufsfeldern einen unkonventionellen Austausch ermöglichen.

Neben diesen Veranstaltungen vor Ort bietet natürlich auch das Internet zahlreiche Möglichkeiten für Networking. Businessplattformen wie XING und LinkedIn haben dies sogar zum Geschäftsmodell gemacht. Die aktive Beteiligung in Foren, Newsgroups und auf Social Media Sites eröffnet ebenfalls Kontaktmöglichkeiten. Berufsbezogene Gruppen, z.B. auf Facebook oder XING, sind ein guter Ansatzpunkt.

7 Tipps für richtiges Netzwerken

Die Bedeutung und Möglichkeiten des Netzwerkens sind Ihnen klar. Dennoch fällt es Ihnen schwer? Hier ein paar Anregungen für gutes Networking, das Spaß macht.

1. Die richtige Einstellung

Viele Menschen müssen sich dazu überwinden, auf andere zuzugehen. Oder sie stehen dem Netzwerken sogar negativ gegenüber und empfinden dabei ein „Geschmäckle“. Mit dieser Grundhaltung fällt es dann schwer, Kontakte aufzubauen und zu pflegen.

Gutes Netzwerken ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht nur darum, dass Sie andere für Ihre Ziele einspannen. Auch Sie bieten etwas an. Denn gute berufliche Kontakte helfen allen Beteiligten, sie erleichtern den Berufsalltag und eröffnen neue Möglichkeiten.

Machen Sie sich dies bewusst und es wird Ihnen leichter fallen, auf den anderen zuzugehen. Sie selbst möchten ja ebenfalls helfen und dem anderen etwas Gutes tun. Hiermit sind wir bereits beim nächsten Punkt:

2. Erst geben, dann nehmen

Netzwerken beruht auf Gegenseitigkeit. Wenn Sie auf neue Kontakte zugehen, überlegen Sie, wie Sie selbst diese unterstützen können.

Was haben Sie anzubieten? Das können konkrete Dinge und Handlungen sein, Wissen, frische Impulse, aber auch das Networking selbst. Denn Sie haben bestimmt wiederum interessante Kontakte für den Anderen. Das Netzwerk erweitert sich und alle profitieren.

Auch als Berufsanfänger stehen Sie meist nicht mit leeren Händen da. Möglicherweise bringen Sie durch Ihr Studium oder Ihre Ausbildungen neue Kenntnisse und Fähigkeiten mit, über die ältere Kollegen noch nicht verfügen. Oder Ihre frische, unvoreingenommene Sichtweise bringt neue Impulse in den Arbeitsalltag der anderen.

Einige Unternehmen haben genau aus diesem Grunde sogar Reverse Mentoring-Programme eingerichtet, bei denen die alten Hasen von den Neuen lernen. Als Berufsanfänger gewinnen Sie Wertschätzung und knüpfen gleichzeitig interessante Kontakte.

3. Authentisch und interessiert

Im Berufsleben schlüpfen wir oft in eine Rolle. Wir agieren anders als im privaten Umfeld und sind nicht wirklich wir selbst. Dies begründet Unwohlsein – und wird meist vom Gegenüber gar nicht erwartet. Bleiben Sie natürlich. Dann müssen Sie sich nicht auch noch darauf konzentrieren Ihre Rolle zu spielen, sondern können die Aufmerksamkeit ganz Ihrem Gegenüber widmen.

Dies ist wichtig. Denn echtes Interesse ist ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme. Bringen Sie Ihrem Gegenüber Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegen.

Signalisieren Sie dies auch durch Ihre Körpersprache. Suchen Sie den Augenkontakt, lächeln Sie und wenden Sie sich Ihrem Gesprächspartner zu.

4. Positiv sein

Kennen Sie den Spruch: Erfolg macht sexy? Dies trifft auch beim Knüpfen neuer beruflicher Kontakte zu. Wir alle sind gerne mit erfolgreichen, lebensbejahenden Menschen zusammen.

Konzentrieren Sie sich beim ersten Gespräch auf positive Themen. Wenn Sie Ihren Gegenüber direkt mit Ihren Leiden und Misserfolgen im Job oder Ihren gesundheitlichen und familiären Problemen überschütten, nimmt er schnell Reißaus.

5. Small-Talk und Unterhaltungen meistern

Im Gespräch auf Networking-Veranstaltungen ebenso wie bei zufälligen Begegnungen im beruflichen Umfeld spielt der sogenannte Small-Talk eine große Rolle. Ideale Gesprächsthemen sind solche, für die sich beide begeistern. Dies können die letzten Urlaubsziele sein, eine gemeinsame Begeisterung für Sport, Musik oder Kultur, aber natürlich auch berufliche Themen.

Wie oben schon erwähnt, bleiben Sie hierbei positiv und sprechen möglichst über angenehme Themen. Unterstützung für ersthafte Probleme und Lebenskrisen – und sei es als seelischer Beistand – sollten Sie erst einfordern, wenn eine engere Bindung und Vertrauen gewachsen sind.

Nicht jeder ist ein guter Redner und plaudert beim Small-Talk locker aus dem Nähkästchen. Das müssen Sie auch gar nicht. Seien Sie auch ein guter Zuhörer. Wenn Sie Ihrem Gesprächspartner echte Aufmerksamkeit entgegenbringen und interessiert nachfragen, wird er Ihr Interesse wertschätzen und Sympathie aufbauen.

6. Die richtige Vorbereitung

Wenn Sie gezielt Kontakte aufbauen möchten, ist eine gute Vorbereitung sehr hilfreich.

Möchten Sie eine einzelne Person kennenlernen, informieren Sie sich vorab über sie. Vor dem ersten Gespräch mit Ihrem Abteilungsleiter könnten Sie z.B. in Erfahrung bringen, was er studiert oder worüber er promoviert hat, was ihm in Bezug auf seine Mitarbeiter oder die Betriebsführung besonders wichtig ist oder worin er sich privat engagiert. Hiermit haben Sie eine gute Grundlage für ein interessantes erstes Gespräch. Sie können sich schon ein paar Fragen zurechtlegen und finden gleich eine ganz andere Gesprächsbasis.

Wenn Sie Networking-Veranstaltungen oder Kongresse besuchen, informieren Sie sich auch hier, wer anwesend ist, und überlegen Sie, wen Sie kennenlernen möchten. Zu diesen Gesprächen können Sie sich dann ebenfalls vorab Gedanken machen.

Hilfreich ist es natürlich auch, wenn Sie wissen, wie Sie sich selbst vorstellen möchten. Eine gute Methode hierfür ist z.B. der sogenannte Elevator Pitch.

7. Follow-Up und Kontaktpflege

Wenn Sie neue Menschen kennenlernen, ist dies nur ein erster Schritt zum Netzwerkpartner – mehr nicht. Der Kontakt ist hergestellt, Sie müssen ihn nun aber erweitert und vertiefen.

Erfolgreiches Networking bedeutet, kontinuierlich an den Kontakten zu arbeiten. Nicht umsonst heißt es NetWORKING. Je mehr Aufmerksamkeit und Zeit Sie investieren, desto intensiver wird eine Beziehung.

Interessante neue Kontakte sollten Sie möglichst innerhalb von drei Tagen noch einmal per E-Mail oder Telefon kontaktieren. Sagen Sie zum Beispiel, wie sehr Sie sich über das Kennenlernen gefreut haben, wie angenehm das Gespräch war und dass Sie sich über ein baldiges Wiedersehen freuen würden.

Ideal ist natürlich, wenn die Bekanntschaft gleich durch gemeinsame Projekte vertieft wird. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie interessante Kontakte dennoch immer mal wieder auffrischen. Das kann auch ohne konkreten Anlass geschehen, indem Sie sich einfach über das Befinden erkundigt und fragen, was es Neues gibt. Die meisten Menschen freuen sich, wenn man sich für sie interessiert. Ambitionierte Netzwerker führen hierzu sogar einen eigenen Kalender, nach dem sie ihre Netzwerkpartner 2-3mal im Jahr kontaktieren.

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