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Unverzichtbar: Talentförderung im Unternehmen

Talentförderung in Unternehmen

Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen spürbar. Unternehmen finden immer schwerer passende Mitarbeiter und laufen oftmals sogar Gefahr, dass ihnen Leistungsträger abgeworben werden. Mitarbeiter fördern und binden ist daher ein Gebot der Stunde. Für unsere Kundenzeitschrift TeamWork sprachen wir mit Organisationsberaterin Jana Bütschi-Schuster, wie man Talentförderung optimal im Unternehmen integriert.

Was haben die Fußballprofis Manuel Neuer, Benedikt Höwedes und Julian Draxler gemeinsam? Sie alle sind durch intensive Talentförderung bei einem Erstligaclub groß geworden. Heute spielen die Stars zwar nicht mehr dort, blieben ihrem Verein allerdings mindestens zehn Jahre lang treu. Das zeigt: Talentförderung zahlt sich aus.

Was beim Fußball kaum wegzudenken ist, wird in Unternehmen allerdings oft nur stiefmütterlich behandelt. Weil die Zeit fehlt, Verantwortlichkeiten nicht klar festgelegt sind oder Maßnahmen zu kurzfristig geplant werden. Zeit, das zu ändern.

Talentförderung braucht vor allem einen langen Atem und viel Engagement. Im beliebten Rasensport gilt das nach fast zwanzig Jahren Aufbauarbeit heute als selbstverständlich – und in der Arbeitswelt? Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels ist es auf den ersten Blick verwunderlich, dass Unternehmen sich oft noch schwer damit tun. Andererseits gibt es in der Praxis keine Patentlösung für jeden Bedarf, wie Jana Bütschi-Schuster weiß. Die selbstständige Organisationsberaterin, die zugleich eine Abteilung Organisationsberatung und

Personalentwicklung bei der Stadt Zürich leitet, erklärt: „Talentförderung klingt zunächst einmal eindeutig, aber in Gesprächen mit Unternehmern stellt sich immer wieder heraus, dass jeder darunter etwas anderes versteht.“ Darum rät die Expertin dazu, dass Unternehmen zuerst den zugrunde liegenden Schmerz der Organisation benennen. Fehlen beispielsweise auf absehbare Zeit qualifizierte Mitarbeiter für zentrale Aufgaben, die sich auf dem Arbeitsmarkt nicht finden lassen? Werden bestimmte Kompetenzen für eine neu zu besetzende Schlüsselposition gesucht? Oder geht es darum, besonders begabte Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden? So unterschiedlich wie die Ausgangsfragen sind die sich daraus ergebenden Maßnahmen.

Talentförderung ist ein Kulturthema

Bei der Suche nach Talenten sollten Unternehmen – so wie Fußballclubs – zunächst vor allem auf die eigenen Ressourcen schauen. Fachkräfte aus der „Stamm-Mannschaft“ weiterzuentwickeln ist wichtig. Denn sie sind bereits bestens mit allen Strukturen und Abläufen im Unternehmen vertraut. Die Palette möglicher Maßnahmen ist breit: Dies können gezielte Weiterbildungen sein; aber auch den Mitarbeitern mehr Verantwortung zu übertragen oder ihren Aufgabenschwerpunkt zu verändern, sind mögliche Wege.

Wichtig ist, die Beschäftigten in den Prozess einzubinden – zum Beispiel, indem sie selbst passende Weiterbildungen vorschlagen können. Jana Bütschi-Schuster betont: „Talentförderung besteht allerdings nicht nur aus fachlichen Weiterbildungen, sondern ist ein Kulturthema. Unternehmen müssen sich ebenso im Klaren darüber sein, welche Softskills sie fördern wollen.“ Dazu zählen beispielsweise Teamgeist, Flexibilität oder Konfliktkompetenz. Steht ein Kriterienkatalog fest, der gesuchte Fähigkeiten und passende Maßnahmen regelt, spielen Führungskräfte im weiteren Prozess eine entscheidende Rolle. Sie identifizieren geeignete Mitarbeiter, sprechen diese an und eröffnen den weiteren Weg für ein passendes Förderprogramm.

Eine für alle

Die entscheidenden Vorteile einer soliden, nach innen gerichteten Talentförderung: Erstens zahlt sie auf das Arbeitgeberimage ein und steigert somit die Attraktivität des Unternehmens für Bewerber. Zweitens fühlen sich Neueinsteiger und „Stammspieler“

gleichermaßen wertgeschätzt und gefördert, sind zufriedener und weniger wechselwillig. Die Fluktuation sinkt, das Betriebsklima steigt und wichtiges Know-how bleibt dem Unternehmen erhalten – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Darum sollte aus Sicht von Jana Bütschi-Schuster Talentförderung nicht ausschließlich als Begabtenförderung verstanden werden, sondern eine Perspektive für alle Mitarbeiter bieten.

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